Das Fazit zuerst: Spielmaterial selbst kannst du in den meisten privaten Inhalten sicher nutzen. Fast alle großen Spielestudios erlauben ausdrücklich private, nicht kommerzielle Videos oder sogar Einnahmen auf Werbeniveau. Die eigentliche Ursache für Copyright-Strikes und Demonetarisierung liegt woanders – in der Musik, die du unter dein Video gelegt hast.
1. Urheberrecht an Spielmaterial: Warum ist es meist kein Problem?
Spielbilder sind eindeutig urheberrechtlich geschütztes Werk des Studios. Streng genommen dürftest du sie ohne Erlaubnis nicht nutzen. Dass trotzdem unzählige Gaming-Videos ohne Probleme online gehen, liegt daran, dass die Studios Erstellung und Verbreitung von Videos über eigene Inhaltsrichtlinien für einzelne Creator praktisch freigegeben haben. Auch YouTubes Hilfedokumente behandeln Videospielinhalte selbst als einen Bereich, den die Richtlinien erlauben.
2. Richtlinien der Studios: Worauf solltest du achten?
- Spoiler vor Release: Das Hauptspiel vor dem offiziellen Erscheinungstermin zu streamen oder Material zu veröffentlichen, ist meist verboten.
- Kein kommerzieller Weiterverkauf: Selbst wo Werbe- oder Sponsoreneinnahmen erlaubt sind, ist der direkte Verkauf von Material, etwa als DVD oder bezahlte Mitgliedschaft, oft untersagt.
- Fremde Werke: Musik oder Markenelemente, die im Spiel vorkommen, aber nicht dem Studio gehören, können eigene Rechtsprobleme verursachen, wenn sie unverändert in deinem Video landen.
- Bedingungen für Monetarisierung: Bei Videos, die einfach lange Spielabschnitte zeigen, gewährt ein Studio eventuell keine kommerziellen Rechte und verlangt Mehrwert wie Kommentar oder Schnitt.
Riot Games erlaubt zum Beispiel grundsätzlich, mit Videos zu Valorant oder League of Legends im Rahmen der Richtlinien Werbeeinnahmen zu erzielen. Nutzt du aber Riots Musik aus dem Spiel unverändert, kann das die Monetarisierung gefährden, sofern der Track nicht auf der Liste creator-sicherer Musik steht – das musst du also gesondert regeln. Dass Spiele freigegeben sind, Musik aber separat zu betrachten ist, bringt viele zu Fall.
3. Die echte Gefahr ist die Musik: So funktioniert das Musikurheberrecht
Spielemusik ist genauso urheberrechtlich geschützt wie jede andere Musik. Legst du einen tollen OST aus einem Spiel unter dein geschnittenes Video, geht das Spielbild durch, aber die Musik wird markiert. Weil YouTubes Content ID Audio wie einen Fingerabdruck automatisch abgleicht, findet es die Musik direkt nach dem Upload – ganz ohne Meldung durch einen Menschen. Wirst du markiert, folgt meist eines von drei Ergebnissen: Ein Urheberrechtsanspruch wird angehängt und die Einnahmen gehen an den Rechteinhaber, das Video wird in bestimmten Regionen gesperrt, oder es sammeln sich bei Wiederholung Copyright-Strikes auf dem Kanal. Nicht nur OSTs der Studios, auch lizenzierte Musik im Spiel, die dem Studio nicht gehört, birgt dasselbe Risiko.
4. Urheberrechtlich sichere Musik: Wo du sie bekommst
- YouTube Audio-Mediathek: Am einfachsten, wenn dein Video für YouTube ist. Die Tracks sind vorab freigegeben und sofort nutzbar, kommerzielle Nutzung außerhalb von YouTube kann aber eingeschränkt sein.
- Musik-Abodienste: Dienste wie Epidemic Sound und Artlist bieten für eine monatliche Gebühr Zehntausende Tracks, und Videos, die während des Abos veröffentlicht wurden, behalten ein dauerhaftes Nutzungsrecht – stabil für Monetarisierung.
- Musik von Studios: Manche Studios wie Riot pflegen selbst eine Liste creator-sicherer Musik. Eine Option, die zur Stimmung des Spiels passt und keine Urheberrechtssorgen mitbringt.
- Gemeinfreie und CC0-Musik: Mit PD oder CC0 gekennzeichnete Tracks darfst du frei nutzen, auch kommerziell und ohne Namensnennung. Achtung: Ein NC-Kennzeichen bedeutet nur nicht kommerziell und passt nicht zur Monetarisierung eines Kanals.
5. Die Musik direkt beim Schnitt klären
Musikpannen fallen meist erst nach dem fertigen Schnitt auf. Hast du einen guten Track einmal angelegt und willst ihn später tauschen, ist das neue Anpassen des Timings so mühsam, dass du am Ende doch hochlädst. Am saubersten ist es also, die Musik direkt beim Schneiden mit einem sicheren Track abzuschließen. Im DOR-Editor legst du urheberrechtlich sichere Musik direkt unter dein Video und sparst dir die Suche nach Tracks auf verschiedenen Websites. Du schneidest einen Spielclip und fügst sofort Musik hinzu, die du ohne Bedenken nutzen kannst – das nimmt die Sorge vor Musik-Strikes direkt nach dem Upload.

6. Zusammenfassung
- Spielmaterial selbst ist in den meisten privaten, nicht kommerziellen Inhalten sicher.
- Material vor Release, direkter Verkauf von Material und Elemente, die nicht dem Studio gehören, sind laut Richtlinien der Studios oft untersagt.
- Die echte Gefahr ist die Musik, und YouTubes Content ID erkennt das Audio automatisch.
- Hol dir Musik aus eindeutigen Quellen wie der YouTube Audio-Mediathek, Abodiensten, Musik der Studios und CC0.
- Sichere Musik direkt beim Schnitt anzulegen ist der sicherste Weg, Pannen nach dem Upload zu vermeiden.


