In den Aufnahmeeinstellungen gibt es ein Feld namens „Bitrate“, und viele wissen nicht, was sie dort eintragen sollen. Zu niedrig, und die Qualität verschmiert in schnellen Szenen; zu hoch, und die Datei bläht sich im Nu auf mehrere Dutzend GB auf. Die Antwort gleich vorweg: 1080p mit 60 fps bei 16 Mbit/s, 1440p (2K) mit 60 fps bei 25 Mbit/s und 4K mit 60 fps bei 50 Mbit/s als Basis bringen Qualität und Dateigröße für die meisten Spielaufnahmen ins Gleichgewicht. Nimmst du meist in 1080p mit 30 fps und wenig Bewegung auf, sind 8 Mbit/s sauber genug. Die Gründe erklären wir mit der Tabelle und den Erläuterungen unten.
Die Kurzantwort: Drei Regeln für die richtige Aufnahme-Bitrate
Erstens: Starte mit der Basis für deine Auflösung und Framerate und geh nur bei leichten Aufnahmen mit wenig Bewegung eine Stufe tiefer. Zweitens: Bei Spielen, in denen das Bild in Kämpfen stark wackelt, bleib selbst bei gleicher Auflösung am oberen Ende der Basis, und nimmst du in H.265 oder AV1 auf, starte 30 bis 50 % niedriger. Drittens: Multipliziere die Bitrate mit deiner erwarteten Aufnahmezeit und prüf, ob das Ergebnis auf deine SSD passt. Willst du gar keine Bitrate wählen: DOR, eine kostenlose Windows-App, erkennt unterstützte Spiele automatisch und nimmt komplette Matches standardmäßig mit NVENC-Hardwarecodierung auf – du kannst also loslegen, ohne das Bitrate-Feld je anzufassen.
Empfohlene Bitrate nach Auflösung: kurz zusammengefasst
- 1080p 30 fps (leichte Aufnahme, Web-Upload): 8 Mbit/s
- 1080p 60 fps (Standard für Shooter und Actionspiele): 16 Mbit/s
- 1440p (2K) 60 fps (hochwertiges Archiv, Schnittmaterial): 25 Mbit/s
- 4K 60 fps (Top-Qualität, Ansehen auf großem Bildschirm): 50 Mbit/s
Entscheidend ist „die Menge an Bewegung“. Selbst bei gleichen 1080p verbrauchen Genres, in denen sich das ganze Bild schnell ändert, wie Fighting Games oder Shooter, mehr Bitrate. Bei Spielen, in denen das Bild in Gefechten heftig wackelt, etwa Valorant oder PUBG, zielst du sicherheitshalber aufs obere Ende der Empfehlung (16 Mbit/s oder mehr bei 1080p60). Bei statischen Bildern wie in Karten- oder Strategiespielen kannst du nahezu ohne Qualitätsverlust tiefer gehen.
Vergleichstabelle: Qualität und Dateigröße bei 8/16/25/50 Mbit/s
Die Übersicht unten basiert auf dem Codec H.264 und fasst die wahrgenommene Qualität jeder Bitrate sowie die ungefähre Videodateigröße (ohne Audio) pro 1 Minute, 10 Minuten und 1 Stunde zusammen. Die Dateigröße berechnet sich als „Bitrate (Mbit/s) × Zeit“, und umrechnen ist leicht, wenn du dir merkst: 8 Mbit/s ergeben 1 MB pro Sekunde, also etwa 60 MB pro Minute.
- 8 Mbit/s · Qualität: Gut für 1080p30; bei 60-fps-Action verschmieren schnelle Szenen etwas. Größe: ca. 60 MB/Min. / 600 MB/10 Min. / 3,5 GB/Std. Empfohlen für: Platz sparen, Web-Upload.
- 16 Mbit/s · Qualität: 1080p60-Standard, auch in Gefechten sauber. Größe: ca. 120 MB/Min. / 1,2 GB/10 Min. / 7 GB/Std. Empfohlen für: die zuverlässigste Grundeinstellung.
- 25 Mbit/s · Qualität: Scharf bis 1440p60, reichlich für Schnittmaterial. Größe: ca. 188 MB/Min. / 1,9 GB/10 Min. / 11 GB/Std. Empfohlen für: 2K-Archiv und Schnitt.
- 50 Mbit/s · Qualität: Hält selbst bei 4K60 die Details, wirkt fast verlustfrei. Größe: ca. 375 MB/Min. / 3,7 GB/10 Min. / 22 GB/Std. Empfohlen für: 4K, Archiv in Top-Qualität.
Die Bitrate bestimmt Qualität und Dateigröße – ab dem richtigen Niveau verpufft der Gewinn aber
Die Bitrate ist „die Datenmenge, die pro Sekunde ins Video gepackt wird“. Je größer die Zahl, desto mehr Information pro Sekunde, sodass Details und Farben aufblühen – und die Datei wird entsprechend schwerer. Der Knackpunkt: Ab einer gewissen Schwelle sieht man kaum noch Qualitätsgewinne. Steckst du 50 Mbit/s in ein 1080p-Video, ist der Unterschied zu 16 Mbit/s kaum wahrnehmbar, die Datei aber dreimal so groß. Deshalb ist „das richtige Niveau für die Auflösung“ klüger, als einfach aufzudrehen.

Anderer Codec, niedrigere empfohlene Bitrate
Die Tabelle oben basiert auf H.264, das die beste Kompatibilität bietet. Neuere Codecs wie H.265 (HEVC) und AV1 komprimieren aber effizienter und bringen dieselbe Qualität mit niedrigerer Bitrate unter. Grob gesagt erreicht H.265 eine ähnliche Qualität mit etwa 30 bis 50 % weniger Bitrate als H.264. Hast du 1080p60 also mit H.264 bei 16 Mbit/s aufgenommen, bekommst du mit H.265 bei 10 bis 12 Mbit/s ein ähnliches Ergebnis. Unterstützt deine GPU H.265- oder AV1-Codierung, bekommst du effektiv bessere Qualität bei gleicher Dateigröße oder eine kleinere Datei bei gleicher Qualität.
Beste Aufnahme-Bitrate auf einen Blick: CBR-Basis, Kbps-Eingabe in OBS und Dateigröße pro Stunde nach Auflösung
Hast du nach der besten Bitrate für Aufnahmen in 1080p, 1440p (QHD/WQHD) oder 4K gesucht und willst nur eine Zeile, steht hier alles in einer Tabelle: die oben erklärte H.264-CBR-Basis, der genaue Kbps-Wert, den du in OBS eintippst, und die ungefähre Dateigröße pro Stunde (ohne Audio).
| Auflösung / fps | H.264-CBR-Basis | Eingabe in OBS (Kbps) | Größe pro Stunde (H.264) |
|---|---|---|---|
| 1080p 30 fps | 8 Mbit/s | 8000 | ca. 3,5 GB |
| 1080p 60 fps | 16 Mbit/s | 16000 | ca. 7 GB |
| 1440p (2K, QHD/WQHD) 60 fps | 25 Mbit/s | 25000 | ca. 11 GB |
| 4K 60 fps | 50 Mbit/s | 50000 | ca. 22 GB |
So stellst du die Bitrate in OBS ein
- Schritt 1: Geh im oberen Menü zu „Einstellungen → Ausgabe“ und stell den Ausgabemodus auf „Erweitert“. Nur so kannst du die Bitrate direkt eingeben (andere Aufnahmeprogramme sind ähnlich aufgebaut, nur die Bezeichnungen unterscheiden sich).
- Schritt 2: Wechsle zum Tab „Aufnahme“. Achtung: Es ist der Tab „Aufnahme“, nicht „Streaming“.
- Schritt 3: Wähl als Encoder einen GPU-Encoder (etwa NVENC HEVC). Willst du dieselbe Qualität in eine kleinere Datei packen, nimm einen Codec der H.265-Familie.
- Schritt 4: Stell die Bitratensteuerung (Rate Control) auf „CBR“ oder „CQP“. Um die Dateigröße genau vorherzusagen, trag bei CBR die Bitrate aus der Tabelle ein (z. B. 16000 Kbps für 1080p60).
- Schritt 5: Hat Qualität Vorrang, nutze CQP mit einem Wert zwischen 15 und 23 (der Bereich aus OBS’ offiziellem Guide zu erweiterten Aufnahmeeinstellungen, geprüft am 15.09.2026). Je kleiner die Zahl, desto höher Qualität und Dateigröße.
- Schritt 6: Prüf unter „Einstellungen → Video“, ob Auflösung und Framerate (z. B. 1920x1080, 60 fps) deinen Vorstellungen entsprechen, und übernimm die Einstellungen.
Wenn dir Merken und Einstellen zu lästig ist: DORs Standardoptimierung
Denkst du nach dem Lesen „Muss ich mir für jede Auflösung eine Zahl merken und jedes Mal nachjustieren?“, gibt es auch einen Weg, dir diese Last abzunehmen. Bei DOR ist die Bitrate standardmäßig für Qualität und Größe optimiert, du musst diese Tabelle also kaum auswendig lernen und alles von Hand einstellen. Weil DOR automatisch das passende Niveau für Auflösung und Framerate wählt, verpasst du seltener einen Aufnahmemoment, weil du über das Bitrate-Feld grübelst.

Wer alles von Hand feintunen will, für den bleiben Tabelle und OBS-Einstellungen oben natürlich nützlich. Willst du aber einfach während eines Valorant-Matches oder einer PUBG-Squad-Runde aufnehmen und schnell nur die starken Momente behalten, ist es viel bequemer, mit einem Tool zu starten, dessen Standardwerte schon passen, und nur bei Bedarf etwas zu ändern.
Zusammenfassung: Merk dir einfach das richtige Niveau
Bei der Aufnahme-Bitrate lautet die Antwort nicht „je höher, desto besser“, sondern „das richtige Niveau für die Auflösung“. Nimm 16 Mbit/s für 1080p60, 25 Mbit/s für 1440p60 und 50 Mbit/s für 4K60 als Basis, geh bei viel Bewegung etwas höher und bei H.265 oder AV1 etwas tiefer. Die Dateigröße ist proportional zur Bitrate, stell sie also passend zum freien Platz auf deiner SSD ein. Ist dir das ständige Ausbalancieren zu lästig, ist es auch eine gute Wahl, mit einem standardmäßig optimierten Tool wie DOR zu starten und dich aufs Spiel zu konzentrieren.


