Das Fazit vorweg: ShadowPlay (seit 2026 Teil der NVIDIA App) ist rein bei Aufnahme mit wenig Last und Instant Replay weiterhin Spitzenklasse. Weil das Video vom dedizierten Encoder der GPU (NVENC) verarbeitet wird, gehen kaum Frames verloren, und Instant Replay, das im Hintergrund ständig die letzten Minuten vorhält und den Moment eben mit einem einzigen Hotkey speichert, ist richtig praktisch. Genau zwei Dinge bremsen es aus: Erstens läuft es nur mit NVIDIA-GPUs. Zweitens sind automatische Erkennung der besten Momente, Schnitt und Teilen schwach.
Deshalb fasst dieser Artikel es so zusammen: Bist du auf eine AMD-Radeon- oder Intel-Grafikkarte umgestiegen – oder bleibst du bei NVIDIA, willst aber, dass die guten Momente für dich geschnitten werden und du sie sofort zuschneiden und teilen kannst –, ist DOR eine realistische Alternative. Nutzt du dagegen eine NVIDIA-GPU und willst einfach nur leichtgewichtig aufnehmen, gibt es keinen echten Grund zu wechseln. Nach diesem Maßstab haben wir beide komplett verglichen.
ShadowPlay ist 2026 in der NVIDIA App aufgegangen
Zuerst etwas Kontext: ShadowPlay, lange Teil von GeForce Experience, ist im Laufe von 2025 in die NVIDIA App umgezogen. Name und Menüaufbau haben sich geändert, aber Hotkey (ALT+Z) und Kernfunktionen sind geblieben. Im Gegenteil: Overlay und Aufnahme lassen sich jetzt ohne Anmeldung nutzen, und der AV1-Codec wird unterstützt, sodass Dateien bei gleicher Qualität spürbar kleiner werden. Auf den neuesten RTX-40- und RTX-50-Karten sind sogar High-End-Aufnahmen wie 4K mit 240 FPS möglich.
Mit anderen Worten: Als reiner Recorder wird ShadowPlay (die NVIDIA App) auch 2026 immer stärker. Das wollen wir nicht kleinreden. Der Haken: All diese Stärken setzen eine NVIDIA-GPU voraus.
Was es gut kann: wenig Last und Instant Replay sind hervorragend
ShadowPlays echte Stärken sind zwei Dinge. Das eine ist die Performance: Weil das Video vom in die GPU eingebauten NVENC-Encoder verarbeitet wird, sinken die Frames im Spiel viel weniger als bei CPU-Encoding (x264). Das andere ist Instant Replay: Es hält laufend den jüngsten Zeitraum (standardmäßig 30 Sekunden, einstellbar bis 20 Minuten) im Puffer, und direkt nach einem guten Moment drückst du nur einen Hotkey, um die Szene als Datei zu speichern. Eine der am besten umgesetzten Funktionen in dieser Kategorie – sie verhindert in vielen Fällen, dass dir ein starker Moment entgeht, weil du nicht vorher auf Aufnahme gedrückt hast.
Grenze 1: die Mauer „nur NVIDIA-GPU“
Das ist die entscheidendste Grenze. ShadowPlay funktioniert nur mit einer NVIDIA-GeForce-GPU. Viele sind zuletzt aus Preis- und Leistungsgründen auf AMD Radeon umgestiegen – und in dem Moment, in dem du zu Radeon wechselst, ist ShadowPlay einfach weg. Dasselbe gilt für Intel Arc und integrierte Grafik. AMD hat mit Adrenalin eine eigene Aufnahmefunktion, aber auch die läuft nur auf AMD, du hast also dasselbe Problem in umgekehrter Richtung. Praktisch musst du deine Aufnahmegewohnheiten bei jedem GPU-Wechsel neu lernen.
Grenze 2: automatische Erkennung der besten Momente, Schnitt und Teilen sind schwach
Instant Replay ist praktisch, aber am Ende muss ein Mensch im guten Moment den Hotkey drücken, damit gespeichert wird. Zu beurteilen, wo der beste Moment ist, und die Hand zu bewegen, bleibt also an dir hängen. Eine Funktion, die spielspezifische Ereignisse wie Kills, Aces und Pentakills automatisch erkennt und als Clips sammelt, gibt es nicht. Auch der Ablauf, einen gespeicherten Clip direkt zuzuschneiden oder sofort in einer Community zu posten, ist schwach. Geschnitten wird in einem separaten Programm, geteilt wieder über einen anderen Weg.
Wo DOR anders ist
DOR setzt am anderen Ende an. Das Ziel: „Egal welche GPU du nutzt – starte einfach das Spiel, und die guten Momente sammeln sich von selbst als Clips.“ Deshalb unterscheidet sich DOR in drei Punkten von ShadowPlay.
- Unterstützung aller GPUs: läuft auf AMD Radeon und Intel-Grafik genauso wie auf NVIDIA. Auch wenn du die GPU wechselst, bleibt deine Aufnahmeumgebung gleich.
- Clips per automatischer Spielerkennung: erkennt spielspezifische Momente wie ein Ace in Valorant, einen Pentakill in League of Legends oder Kills und Knocks in PUBG und speichert automatisch Clips. Du verpasst sie nicht, selbst wenn du keinen Hotkey drückst.
- Schnitt und Teilen in einem Ablauf: Du schneidest einen gespeicherten Clip direkt zu und postest ihn sofort in der Community, um ihn mit anderen Spielern zu teilen.

Zusammengefasst: Ist ShadowPlay stark darin, „auf einer NVIDIA-GPU leichtgewichtig aufzunehmen und die Szene eben manuell zu sichern“, ist DOR stark darin, „die besten Momente unabhängig von der GPU automatisch zu sammeln und bis zu Schnitt und Teilen durchzuziehen“. Es sind keine Tools, die sich überschneiden – sie zielen auf unterschiedliche Punkte.
Auf einen Blick: ShadowPlay vs. DOR
- Unterstützte GPUs: ShadowPlay nur NVIDIA GeForce / DOR alle GPUs – NVIDIA, AMD und Intel
- Aufnahmelast: ShadowPlay sehr gering dank NVENC-Hardware-Encoding / DOR gering durch Hardware-Encoding
- Die Szene eben speichern: ShadowPlay per Instant Replay (manueller Hotkey) / DOR per Clips aus automatischer Erkennung von Spielereignissen
- Automatische Erkennung der besten Momente: ShadowPlay keine / DOR erkennt spielspezifische Kills, Aces und Highlights automatisch
- Schnitt: ShadowPlay braucht ein separates Programm / DOR schneidet Clips direkt zu
- Teilen: ShadowPlay schwach / DOR mit eingebautem Teilen in der Community
- Preis: beide kostenlos zum Start, ohne Wasserzeichen
Zum Schluss ehrlich: Nutzt du gerade eine NVIDIA-GPU und bist mit Instant Replay allein zufrieden, musst du nicht wechseln. Planst du aber den Umstieg auf AMD, hast du keine Lust mehr, lange Aufnahmen jedes Mal nach den besten Momenten zu durchsuchen, oder willst du Clips zuschneiden und direkt an Freunde und Communities schicken, ist das der Moment, DOR auszuprobieren. Weil DOR egal ist, welche GPU du nutzt, bleiben deine Aufnahmegewohnheiten auch beim nächsten Grafikkartenwechsel erhalten.


