Zwei Probleme quälen Leute bei Spielaufnahmen mehr als alles andere. Erstens: Sobald du auf Aufnahme drückst, brechen deine Frames ein (Lag) und das eigentliche Gameplay leidet. Zweitens: Die Aufnahme lief eindeutig, aber beim Öffnen der Datei ist das Bild komplett schwarz und nur der Ton ist da. Beide haben ziemlich klare Ursachen, und wer sie der Reihe nach abarbeitet, löst die meisten Fälle in 5 bis 10 Minuten. In diesem Guide nehmen wir anspruchsvolle Spiele wie Valorant, PUBG und Battlefield 6 als Referenz und gehen Lag und schwarzen Bildschirm Schritt für Schritt von der Ursache bis zur Lösung durch.
Die kurze Antwort: Lag liegt am Encoder, schwarzes Bild an der Aufnahmemethode
Bei Lag stellst du zuerst den Encoder auf NVIDIA NVENC um (AMF bei AMD, QuickSync bei Intel). Ist es dann noch zu schwer, senk die FPS von 60 auf 30 und danach die Auflösung von 1080p auf 720p – die meisten sind schon nach dem ersten Schritt fertig. Ein schwarzes Bild ist kein Leistungsproblem, sondern ein Problem der Aufnahmemethode; prüf deshalb zuerst nur zwei Dinge: Stell das Spiel auf randloses Fenster und starte den Recorder als Administrator. Wenn es dir ums Festhalten deiner Matches geht und nicht ums Feintuning, ist die kostenlose Windows-App DOR der kürzere Weg. Sie erkennt unterstützte Spiele automatisch (siehe Spieleliste), nimmt ganze Matches im Hintergrund mit ressourcenschonendem NVENC-Hardware-Encoding auf und speichert sie in der Bibliothek der App – du musst weder einen Encoder wählen noch einen Aufnahmeknopf drücken.
Noch einmal das große Bild: Lag ist die Frage „Übernimmt die CPU oder die GPU das Encoding?“, ein schwarzer Bildschirm die Frage „Hat der Recorder die richtigen Rechte und die richtige Methode, um das Spielbild abzugreifen?“. Wer diese beiden Fragen trennt, ist schon halb am Ziel.
Problem 1: Frames brechen beim Aufnehmen ein (Lag)
Sobald die Aufnahme startet, fällt ein Spiel, das sonst mit 144 FPS läuft, auf 90 bis 100 FPS, und die Maus fühlt sich träge an. Das ist fast immer Encoding-Last. Wo die Arbeit erledigt wird, dein Bild in eine Videodatei zu komprimieren (Encoding), entscheidet darüber, ob deine Spiel-Frames überleben.
Ursache: Software-Encoding (x264) frisst deine CPU
Viele Recorder nutzen standardmäßig „Software-Encoding (x264)“. Das komprimiert das Video über die CPU – und die braucht das Spiel ebenfalls. Kämpfen Spiel und Encoding um dieselbe CPU, sinken deine Frames umso stärker, je höher du die Qualität drehst. Schau auf die CPU-Auslastung: Oft springt sie im Moment des Aufnahmestarts auf 80 bis 100 %. In CPU-hungrigen Großschlachten wie Battlefield 6 ist das besonders heftig.
Lösung: auf Hardware-Encoding umstellen (NVIDIA NVENC)
Die zentrale Lösung ist, den Encoder auf „NVIDIA NVENC“ zu stellen. NVENC nutzt einen eigenen Encoding-Chip auf deiner Grafikkarte (GPU), um das Video zu komprimieren. Da Spiel-Rendering und Encoding dann unterschiedliche Ressourcen nutzen, verschwindet die Last, die vorher auf der CPU lag, fast vollständig. Auf demselben PC schrumpft der starke Frameverlust mit x264 nach dem Wechsel auf NVENC oft spürbar. Liegt deine GPU allerdings schon nahe 100 % Auslastung, kostet auch NVENC ein paar Frames – dann geht's mit den nächsten Schritten weiter (FPS und Auflösung senken).
- In OBS: Einstellungen > Ausgabe, Ausgabemodus auf „Erweitert“ stellen, dann im Reiter Aufnahme den Encoder auf „NVIDIA NVENC H.264“ (oder HEVC) setzen.
- Wenn keine NVENC-Option erscheint: Grafiktreiber über GeForce Experience oder die NVIDIA App auf den neuesten Stand bringen. Bei einem veralteten Treiber taucht die NVENC-Option unter Umständen gar nicht auf.
- Auf AMD-Grafikkarten heißt der Hardware-Encoder für dieselbe Aufgabe „AMD AMF/VCE“, auf integrierter Intel-Grafik „QuickSync“.
- DOR nutzt standardmäßig NVENC-Hardware-Encoding, du musst also nichts auswählen.
Auflösung, FPS und Bitrate „nicht zu hoch“ einstellen
Ruckelt es nach dem Encoder-Wechsel immer noch, sind deine Einstellungen zu hoch. Wer die Aufnahmequalität blind hochdreht, erhöht Encoding- und Festplattenlast gleich mit. Praxistaugliche Werte sehen so aus: Für ein typisches 1080p-Spiel reichen 1920x1080 bei 60 FPS mit einer Bitrate um 20 bis 30 Mbit/s völlig. Wenn du Highlights eher anschauen und sichern als auf YouTube hochladen willst, brauchst du keine 40 bis 50 Mbit/s. Nur die Bitrate hochzudrehen, ändert die gefühlte Qualität kaum, bläht aber Dateigröße und Schreiblast auf – und das sorgt für Ruckler.
Auf schwachen Laptops mit 720p / 30 FPS starten
Spielst du auf einem Gaming-Laptop oder einem PC mit eher schwacher Grafikkarte, schraub die Ansprüche von Anfang an herunter und starte mit 1280x720 und 30 FPS. 720p / 30 FPS erzeugt etwa ein Viertel der Encoding-Last von 1080p / 60 FPS, der Frameverlust im Spiel ist auf demselben PC also viel kleiner. Reicht dir die Qualität nicht, gehst du dann auf 1080p hoch. Viele starten mit maximalen Einstellungen und glauben am Ende, Aufnahmen müssten eben ruckeln.
Problem 2: Die Aufnahme wird als schwarzer Bildschirm gespeichert
Die Aufnahme lief eindeutig und die Dauer stimmt, aber beim Öffnen der Datei ist das ganze Bild schwarz und nur der Ton ist da. Die Ursache hat mit Lag nichts zu tun. Es ist kein Leistungsproblem, sondern ein Problem mit Rechten und Methode: Der Recorder „konnte das Spielbild nicht abgreifen“. Wer die Punkte unten der Reihe nach prüft, behebt die meisten Fälle.
Was exklusives Vollbild bedeutet: Vollbild vs. randloses Fenster vs. Fenster
Exklusives Vollbild ist ein Anzeigemodus, in dem das Spiel die Bildausgabe des Monitors übernimmt. Weil das Spiel die GPU-Ausgabe direkt beansprucht, statt über den Windows-Desktop zu gehen, kommen Recorder und Overlays schwer an dieses Bild heran, und laut dem OBS-Guide zur Fehlerbehebung bei der Spielaufnahme hört das Spiel sogar ganz auf zu rendern, sobald du mit Alt+Tab rausgehst (geprüft am 15.09.2026). Ein randloses Fenster ist ein Fenster in Monitorgröße – es sieht aus wie Vollbild, wird aber wie jedes andere Fenster auf dem Desktop gezeichnet, und Recorder nehmen es ganz normal auf. Dieselbe Dokumentation empfiehlt Fensteraufnahme oder Fenster-/randloses Vollbild für Spiele, die die Spielaufnahme nicht erfasst.
| Anzeigemodus | Funktionsweise | Aufnahme | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Exklusives Vollbild | Das Spiel belegt die Monitorausgabe allein | Schwarzes Bild, wenn die Spielaufnahme blockiert wird | Das Erste, was du bei schwarzem Bild änderst |
| Randloses Fenster | Ein Fenster in voller Monitorgröße | Wird wie jedes Fenster normal aufgenommen | Sieht genauso aus wie Vollbild; die Standardempfehlung fürs Aufnehmen |
| Fenstermodus | Ein normales Fenster mit Rahmen | Wird normal aufgenommen, aber nur der Fensterbereich | Nutzt nur einen Teil des Bildschirms, daher weniger immersiv |
Erstens: exklusives Vollbild auf „Randloses Fenster“ umstellen
Das ist die häufigste Ursache für ein schwarzes Bild. Steht der Anzeigemodus des Spiels auf „Exklusives Vollbild“, belegt das Spiel den GPU-Ausgabeweg allein, der Recorder kommt nicht an das Bild, und die Aufnahme bleibt schwarz. Die Lösung ist einfach: In den Spieleinstellungen unter Grafik (Anzeige) den Anzeigemodus auf „Randloses Fenster (Borderless / Vollbild im Fenster)“ stellen. Wie die Tabelle oben zeigt, ist das ein Fenstermodus, also nimmt der Recorder das Bild normal auf. Valorant und PUBG haben diese Option beide in den Grafikeinstellungen.
Zweitens: den Recorder „als Administrator“ ausführen
Läuft das Spiel mit Administratorrechten und der Recorder mit normalen Rechten, verhindert dieser Unterschied den Zugriff auf das Spielbild – Ergebnis: schwarzer Bildschirm. Besonders häufig ist das bei Spielen mit Anti-Cheat wie Valorant und PUBG. Starte die ausführbare Datei (.exe) des Recorders per Rechtsklick > „Als Administrator ausführen“. Ist dir das auf Dauer zu umständlich, setz per Rechtsklick > Eigenschaften > Reiter Kompatibilität den Haken bei „Programm als Administrator ausführen“.
Drittens: Grafiktreiber aktualisieren
Bei einem veralteten Treiber funktioniert die Schnittstelle für die Bildschirmaufnahme eventuell nicht richtig, was zu schwarzem Bild oder Flackern führt. Aktualisiere bei NVIDIA über GeForce Experience oder die NVIDIA App, bei AMD über Adrenalin auf den neuesten Treiber. Danach den PC am besten einmal neu starten. Ziemlich oft behebt ein Treiber-Update Lag und schwarzes Bild gleichzeitig.
Viertens: auf Laptops die dedizierte (Hochleistungs-)GPU zuweisen
Gaming-Laptops haben eine integrierte Grafik (Intel/AMD) und eine dedizierte Grafik (NVIDIA). Läuft das Spiel auf der dedizierten GPU, während dem Recorder die integrierte zugewiesen ist, schauen beide auf unterschiedliche Bilder – und die Aufnahme bleibt schwarz. Geh in die Windows-Einstellungen > System > Anzeige > Grafik, füg den Recorder hinzu und stell die Option auf „Hohe Leistung (NVIDIA-GPU)“. Entscheidend ist, dass Spiel und Recorder dieselbe GPU nutzen.
Wenn der Ton da ist, das Bild aber schwarz bleibt
Ist der Ton in Ordnung und nur das Video schwarz, hilft fast immer der erste (Vollbild zu randlosem Fenster) oder der zweite Punkt (Admin-Rechte). Dass der Ton aufgenommen wurde, zeigt, dass der Recorder selbst lief und nur der „Aufnahmeweg“ für das Bild blockiert war. Nutzt dein Programm die Spielaufnahme, ist der Wechsel auf „Bildschirmaufnahme (Monitor)“ ebenfalls ein schneller Workaround.
Probleme von Anfang an vermeiden: DOR
Wenn dir das ständige Feintuning von Hand zu mühsam ist, kannst du auch zu einem Tool greifen, das dir die Einrichtung abnimmt. DOR ist ein kostenloser Game-Recorder, der dir die Lag-Hälfte dieses Guides abnimmt. Zunächst ist NVENC-Hardware-Encoding Standard, du nimmst also von Anfang an mit wenig Lag auf, ohne den Encoder selbst auf NVENC umstellen zu müssen.
DOR erkennt außerdem unterstützte Spiele wie Valorant, PUBG und Battlefield 6 automatisch und nimmt ganze Matches im Hintergrund auf; in Spielen mit Auto-Clips wie Valorant und PUBG schneidet es zusätzlich Schlüsselmomente wie Kills und Highlights als Clips. Bei anderen unterstützten Spielen wie Battlefield 6 bleibt die komplette Match-Aufnahme. Das Problem „Aufnahme vergessen, Play verpasst“ ist damit erledigt, und in Spielen mit Auto-Clips entfällt auch das mühsame Durchspulen langer Originale zum Zuschneiden. Schneide die Szenen, die du behalten willst, im Clip-Editor im Browser zu und teile sie als dor.gg-Link.
Zusammenfassung: Wenn du feststeckst, geh in dieser Reihenfolge vor
- Bei Lag (Frame-Einbrüchen): (1) Encoder auf NVENC, (2) FPS von 60 auf 30, (3) Auflösung von 1080p auf 720p, (4) Bitrate unter 20 Mbit/s.
- Bei schwarzem Bild: (1) Vollbild auf randloses Fenster, (2) als Administrator ausführen, (3) Grafiktreiber aktualisieren, (4) (Laptop) dedizierte GPU zuweisen.
- Ton da, aber Bild schwarz: prüf zuerst nur (1) und (2) aus der Liste zum schwarzen Bild.
- Wenn dir das ständige Feintuning zu mühsam ist: Starte mit DOR, das standardmäßig NVENC nutzt und automatisch aufnimmt.
Die empfohlenen Aufnahmeeinstellungen findest du auf der Seite zu deinem meistgespielten Spiel: Valorant, PUBG, Battlefield 6.


